Definition
Abhängigkeit bezeichnet eine Beziehung, in der ein Akteur (Staat, Unternehmen, Haushalt) auf Ressourcen, Leistungen oder Entscheidungen eines anderen Akteurs angewiesen ist. Abhängigkeit entsteht, wenn Alternativen fehlen, Wechselkosten hoch sind oder Zugang über Regeln, Märkte oder Infrastruktur kontrolliert wird.
Formen
Abhängigkeiten können materiell (Energie, Rohstoffe, Vorprodukte), finanziell (Kredite, Kapitalmärkte), technologisch (Software, Standards, Patente), institutionell (Regeln, Genehmigungen) oder informell (Netzwerke, Plattformen) sein. Besonders kritisch sind einseitige oder konzentrierte Abhängigkeiten von wenigen Anbietern.
Risiken
Abhängigkeit bedeutet Verwundbarkeit: Störungen, Preissteigerungen, politische Konflikte oder Sanktionen können die Versorgung gefährden. In Krisen zeigt sich oft, ob Abhängigkeit nur ökonomisch war – oder bereits sicherheitspolitisch.
Strategien zur Reduktion
Typische Gegenstrategien sind Diversifizierung (mehr Lieferanten), Lagerhaltung, Substitution (Ersatztechnologien), eigene Produktion, Standardsouveränität sowie internationale Partnerschaften. Reduktion von Abhängigkeit hat jedoch Kosten: mehr Redundanz, höhere Preise, geringere Effizienz.


