Definition
Deindustrialisierung bezeichnet den Rückgang der industriellen Produktion und der industriellen Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft. Sie zeigt sich häufig in sinkenden Industrieanteilen an Beschäftigung, Investitionen oder Exporten.
Formen
Deindustrialisierung kann relativ sein (Industrie wächst langsamer als Dienstleistungen) oder absolut (Industrieproduktion und Kapazitäten gehen tatsächlich zurück). In der Praxis treten beide Varianten je nach Zeitraum und Region unterschiedlich stark auf.
Ursachen
Ursachen können technologische Veränderungen, internationale Arbeitsteilung, Standort- und Energiepreise, regulatorische Rahmenbedingungen, Investitionszurückhaltung oder Produktionsverlagerungen sein. Auch Währungs- und Handelspolitik beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit industrieller Standorte.
Folgen
Mögliche Folgen sind der Verlust industrieller Kernkompetenzen, sinkende Wertschöpfungstiefe, Veränderungen in Lieferketten sowie regionale Strukturbrüche. Deindustrialisierung ist nicht automatisch negativ, kann aber die Fähigkeit einer Volkswirtschaft beeinflussen, komplexe Güter zu produzieren und Krisen robust zu bewältigen.


