Definition
Diskurs bezeichnet die öffentliche oder institutionelle Debatte darüber, wie Themen verstanden, bewertet und behandelt werden. Es geht nicht nur darum, was gesagt wird, sondern auch darum, wie darüber gesprochen werden darf – welche Begriffe, Rahmen und Wertungen als „normal“ gelten.
Was Diskurse prägt
Diskurse entstehen durch das Zusammenspiel von Medien, Politik, Wissenschaft, Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen. Sie werden geprägt durch Sprache, wiederkehrende Argumentationsmuster, moralische Leitbegriffe, Expertenstatus, Bilder und Krisenrahmen. Auch soziale Medien können Diskurse beschleunigen und polarisieren.
Diskursgrenzen
In jedem Diskurs existieren implizite Grenzen: Welche Positionen gelten als legitim, welche als „extrem“, welche als „unwissenschaftlich“ oder „unsagbar“? Diese Grenzen sind nicht statisch, sondern verschieben sich. Diskursanalyse fragt daher: Wer setzt die Themen? Wer definiert die Begriffe? Welche Sichtweisen werden sichtbar oder unsichtbar?
Abgrenzung
Diskurs ist mehr als eine einzelne Diskussion. Er ist der Rahmen, in dem viele Diskussionen stattfinden. Er unterscheidet sich von „Meinung“ (individuelle Position) und von „Narrativ“ (Deutungserzählung). Narrative wirken innerhalb von Diskursen – Diskurse entscheiden, welche Narrative anschlussfähig sind.


