Definition
Industriepolitik bezeichnet staatliche Maßnahmen, die die Entwicklung, Struktur und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gezielt beeinflussen sollen. Ziel ist meist, bestimmte Branchen zu fördern, strategische Technologien aufzubauen oder Produktionskapazitäten im Land zu halten.
Instrumente
Typische Instrumente sind Subventionen, Steuererleichterungen, Investitionsprämien, staatliche Beteiligungen, öffentliche Aufträge, Forschungs- und Innovationsförderung sowie regulatorische Vorgaben (z. B. Standards, Quoten, Genehmigungen). Auch Energiepreis- oder Infrastrukturpolitik kann faktisch industriepolitische Wirkung entfalten.
Begründungen
Industriepolitik wird häufig mit Standortsicherung, technologischer Souveränität, strategischer Sicherheit oder dem Ausgleich globaler Wettbewerbsnachteile begründet. Sie richtet sich damit nicht nur an Märkte, sondern an langfristige Struktur- und Sicherheitsfragen.
Wirkungen und Zielkonflikte
Industriepolitik kann Investitionen anstoßen und strategische Fähigkeiten sichern, birgt jedoch Risiken wie Fehlallokationen, Abhängigkeiten von Förderlogik oder Verzerrung des Wettbewerbs. Ein zentraler Konflikt besteht oft zwischen kurzfristiger Entlastung und langfristiger Strukturwirkung.


